Offroad-Reise mit dem Motorrad und den Kindern ins Susatal

Ende August, tagsüber in den italienischen Alpen gerade richtig warm um Motorrad zu fahren, nachts noch nicht zu kalt um mit Kindern im Zelt zu übernachten, ging´s für ein paar Tage ins schöne Susatal. Auf dem Campingplatz Gran Bosco im Susatal,

Grand Bosco Camping

bekannt als Konvergenzpunkt vieler Off-Road Begeisterter, haben wir uns für einige Tage einquartiert. (Camping Gran Bosco: Preis Ende August 2014: 4 Tage/Nächte, 1 Auto, 1 Motorradanhänger, 2 Zelte, 2 Erwachsene und 2 Kinder 180,-€. Sanitäre Anlagen waren sauber und modern)

(Anm.: Durch einen Klick auf die, auch durch kursive Schrift, markierten Links, kann man sich in einem weiteren Fenster die exakten Standorte und Ausgangspunkte anzeigen lassen)

Mit wir meine ich mich (der das Foto macht), meine Tochter (links), meinen (nicht nur auf diesem Foto schmerzfreien) Kumpel rechts und seine Tochter in der Bildmitte:

Pizza in Bardonecchia

Auf dem Plan war natürlich der Jafferau, der mit großartiger Kulisse aufwartet. Und von Westen her gut anfahrbar war im August 2014. Den Einstieg aus Westen zur Auffahrt zum Monte Jafferau, findet man zwischen Salbertrand und Deveys. Dann einfach den Tafeln „Pramand“ folgen.
Zwar war lt. Beschilderung weiter oben der Tunnel erneut gesperrt, „gejuckt“ hat´s aber wiedermal keinen. Die gesamte Strecke bis zum Fort auf dem Gipfel, war für Enduros prima fahrbar. Der Abstieg nach Osten durch´s Ski-Gebiet runter war dagegen etwas ruppig für den „Kinder-Geschmack“, weil es dort teils steil ist. Den Spaß-Faktor hat dies allerdings für die Erwachsenen recht positiv beeinflusst.

Es sei angemerkt, dass man uns später gesagt hat, dass diese Abfahrt teuer werden könne, sofern die Behörden in der Nähe seien. Die An- und Abfahrt zum Jafferau aus osten sei wohl nicht toleriert und regelmäßig streng überwacht. Ist dem so, hatten wir wohl Glück🙂

 

Aussicht auf der Fahrt zum Jafferau

Aussicht auf der Fahrt zum Jafferau

Sightseeing am Jafferau bei Offroad Reise

Sightseeing am Jafferau

 

weiter oben am Jafferau bei der Offroad-Reise

weiter oben am Jafferau auf dem Bergrücken angelangt, mit Blick zum Gipfelfort

Aussicht vom Fort Jafferau

Aussicht vom Fort Jafferau

 

 

Des weiteren stand der mir unter dem Namen „Lago di Sette Colori“ bekannte und ganz wunderbar gelegene See Gignoux auf dem Plan. Inzwischen auch wieder offiziell anfahrbar für den motorisierten Zweiradler, erfreut sich der See – leider – sehr großem Zulauf. Dieses Ziel ist allerdings unvergleichlich in seiner Lage und muss daher auf jeden Fall mit auf den „Speiseplan“ der Offroad-Reise. Auch wenn die Anfahrt wg. Rücksichtnahme auf Wanderer wenig Spektakuläres zu bieten hatte…
Die geschotterte Strecke hat ihren Ausgangspunkt direkt an der SS24 hinter Casana Torinese. Übrigens: wer sich auf seinem Motorrad zu benehmen weiß und Rücksicht nimmt, wird hier nach unserer Erfahrung keinen Anfeindungen ausgesetzt. Die Italiener sind – im Gegensatz zu meinen Erfahrungen mit einigen Deutschen – ein großartig tolerantes Volk, mit Verständnis für differenzierte Interessen an der Bergwelt. Vielen Wanderern, und eben gerade deutschen, die ohne Bedacht auf Umweltinteressen um die halbe Welt fahren oder fliegen um dann auf Berge zu steigen u.a., fehlt da ein wenig selbstreflexives Einsehen.

Lago sette Colori bei Offroad Reise

Lago Sette Colori

Lago sette Colori 2 bei Offroad Reise

Lago Sette Colori

 

Ebenfalls ist der Col de Sommeiller ein Plicht-Ziel im Susatal. Die Strecke mit Ausgangspunkt in Bardonecchia führt über Rochemolles und insgesamt ca. 30 Kilometer auf ein Hochplateau, welches in den letzten Jahren vergrößernd eingeebnet wurde. Von dem ehemaligen Fort fehlt inzwischen jede Spur. Auf den letzten Metern zum kleinen See auf dem Plateau, ist der motorisierte Verkehr unerwünscht, was mit Holzabgrenzungen Kund getan wird. Es stehen hier allerdings beliebig Parkmöglichkeiten (siehe Foto „Blick vom Fahnenhügel“) zur Verfügung für alle, die mit angepasstem Verhalten dazu beitragen wollen, dass wir alle in den nächsten Jahren auch wieder kommen dürfen.
Eine Chance bei der Auf- oder Abfahrt zu vereinsamen, besteht hier ebenso wenig wie am Sette Colori. Eine zeitliche, den Verkehr beschränkende Regelung, wie sie im Sommer lt. anderen Foren bestehen soll, gab es Ende August 2014 augenscheinlich nicht. Der Zustand im oberen Drittel der Strecke zum Col de Sommeiller, ist allerdings in 2014 nur mittelprächtig gewesen. Hätte sich meine Tochter nicht dauerhaft kraftvoll festgehalten, wäre sie wohl das ein oder andere Mal unfreiwillig abgestiegen. Es liegt viel, für Motorradfahrer sehr grobes, zum Teil kindskopfgroßes, loses Geröll auf dem Weg, was das Motorrad nicht nur heftig springen lässt, sondern auch häufiger derb und unvermittelt nach links oder rechts versetzt. Auf Dauer ist das Kindern zu unangenehm. Und zuletzt ja auch nicht ganz ungefährlich.

Blick zurück am Col de Sommeiller

Blick zurück am Col de Sommeiller

Anna und ich bei der Offroad-Reise

Selfie von mir und meiner Tochter am Sommeiller

Col de Sommeiller - Blick vom Fahnenhügel

Col de Sommeiller – Blick vom Fahnenhügel

Blick nach Frankreich Offroad-Reise Sommeiller

Blick vom Fahnenhügel rüber in die Alpenregion der „Grande Nation“

Bergpracht am Sommeiller

Bergpracht am Sommeiller

Bergpracht am Sommeiller

Bergpracht am Sommeiller

 

Als touristisches Ziel ist auch die Assietta Kammstrasse bekannt. Nicht grundlos, vermittelt sie doch auf geschätzt gut 50 Kilometern (den Abstieg über den Colle delle Finestre eingerechnet) alpine Schönheit und prachtvolle Blicke in die umliegenden Täler.

Fahrt auf der Assietta Kammstrasse

Fahrt auf der Assietta Kammstrasse

Offroad Reise Assietta

…kurz alles zurecht zupfen…

 

Die Testa Assietta

…und die Testa Assietta weiter verfolgen bis zur…

Rast auf der Assietta Kammstrasse

Rast auf der Assietta Kammstrasse

Und an Ihrem Ende, sofern man sie aus dem Süden von Sestriere kommend befährt, wird man mit den vielzähligen Kehren der Abfahrt über den Colle delle Finestre zurück ins Susatal belohnt. Im unteren Drittel seiner Nordrampe, führt der Colle delle Finestre schließlich noch zauberhaft durch einen Mischwald, welcher wohl duftend zum Öffnen des Visiers einlädt. Insgesamt ist die empfundene Dauer des Abstiegs länger als man sich es ursprünglich überhaupt erhofft, was sicher auch mit der Vielzahl an wechselnden Eindrücken – man überwindet mit mehr als 50 Kehren weit mehr als 1,5 Kilometer Höhenunterschied – während der Befahrung zu tun hat. Mit zunehmendem Verlust an Höhe beim Abstieg über die Nordrampe des Colle delle Finestre, kehrt auch merklich rasch die Wärme zurück.
Die gesamte Strecke der Assietta Kammstrasse mit anschließendem Abstieg ins Susatal über den Colle delle Finestre, mit ihrem Ausgangspunkt am Ende des Golfplatzes des kleinen Ski-Ortes Sestriere, ist wohl bedenkenlos auch mit Strassenmotorrädern zu befahren. Zumindest sofern man Schmutz und Staub nicht fürchtet. Es gab Ende August 2014 nur ganz wenige und unbedenklich „matschige“ Stellen. Allerdings, sei erwähnt, gab es auch lange vor unserer Befahrung bereits recht trockene Witterungsverhältnisse.

Colle delle Finestre

Colle delle Finestre

 

 

Auch traumhaft gelegen, ist der Passo Mulattiera,

Passo Mulattiera

Passo Mulattiera

der – wie der Name „Maultier-Pfad“ in der simplen Übersetzung ins Deutsche bereits vermittelt – im Gegensatz zu den bisher beschriebenen Zielen unserer Offroad-Reise, eigentlich nur mit Enduros anfahrbar ist. Im oberen Abschnitt steht teils kaum mehr als ein ein Meter breiter Fahrweg zur Verfügung wegen einer teilweisen Abrutschung der Trasse. Dies auch in engen Kurven, was selbst Quads zu schaffen machen dürfte. Wer sich dennoch die Mühe des Aufstiegs macht, kann dies mit fantastischen Ausblicken würdigen. Den Einstieg zur geschotterten Auffahrt, findet man über eine kleine Bachbrückenoch vor Beaulard in Fahrtrichtung von Bardoneccia nach Oulx über die SS335.

Ausruhen am Passo Mulattiera

Ausruhen am Passo Mulattiera

 

 

Als ein weiteres „offroad“ anfahrbares Ausflugsziel, stand der Lago Nero im Visier. Die Fahrt dahin selbst, von Oulx aus (dessen Namen witziger Weise im deutschen wie im italienischen beinahe gleich ausgesprochen wird), führt zunächst noch ein ganzes Stück über geteerte Wege. Dies teilt die Anfahrt, von Oulx aus, mit jener zum Sette Colori. Beide Seen liegen recht nah bei einander, nicht weit von Claviere.
Zu den Seen geht es, in Fahrtrichtung von Cesana Torinese nach Briancon, recht unscheinbar von der SS24, wie auch zum Thema „Lago di Sette Colori“ bereits beschriebenen, links ab. Angeschrieben nur mit einer kleinen, hölzernen Tafel, sollte man sich den Einstieg in die Offroad-Strecke zuvor auf der Karte gut ansehen, um diesen nicht zu verfehlen. Die Strecke zum Lago Nero ist allerdings mit ungleich mehr Grün versehen als jene zum Sette Colori und besitzt einen eher lieblichen Charakter. Statt zum Lago di Sette Colori rechts abzuzweigen, hält man sich einfach geradeaus. Beide Seen sind, den Einstieg erstmal gefunden, recht einfach zu finden, da ausreichend beschildert.

Fahrt zum Lago Nero

Fahrt zum Lago Nero

Der Lago Nero ist bilderbuchartig gelegen. Als Ziel daher für alle zu empfehlen, welche zwischendurch auch mal etwas Zeit mit „Sonnenbaden“ verbringen möchten.


Lago nero


 

Enduro-Reise im Oktober

Kälte und Schnee können ein Grund sein, um auf´s Motorradfahren zu verzichten. Müssen aber die Reise ins Offroad-Gelände nicht zwingend verhindern. Denn, wenn man dann doch noch mit der Enduro in die Berge fährt, die Witterungen der Jahreszeit nicht scheuend, kann man sich evtl. mit grandiosen Bildern belohnen, welche dabei entstehen. Wie hier zum Beispiel, aufgenommen im Vallis, in Aime – La Plagne und auch in Val Thorens:2013-10-05 14.26.34 2013-10-06 12.20.38 Anfahrt Cormet d`Areches Auffahrt weißer Boden die ErleuchtungMoped im Weiß Nebelring Val Thorens 1 Val Thorens 4

Berichte über die „Offroad-Reise“ und mehr

Herzlich Willkommen beim neuen Blog „Offroad-Reise“. Von nun an soll sich hier ein bunter Blog über die Themen Offroad und Reisen formieren. Wir freuen uns auf alle ernst gemeinten Beiträge und ein reges Teilnehmen. Vielen Dank schon vorab dafür!

Übrigens, wenn wir auf Offroad-Reise gehen, dann findet dies vielfach in den südlichen Westalpen statt. Dies hat zum Ersten den einfachen Grund, dass diese Gegend vom Bodensee aus schnell erreichbar und wenig reglementiert ist, hinsichtlich seiner Befahrbarkeit. Dahin geht es relativ schnell entweder per Autobahn durch die Schweiz und Italien direkt bis Turin, denn von dort aus ist man gleich im Gebiet Piemonte, wo es viele erstklassige Offroad-Gipfel, aber auch Höhenwanderwege zu erfahren gibt. Oder aber zunächst Richtung Genfer See, um dann von dort aus, entweder über Martigny östlich des Genfer Sees, oder westlich des Sees über Genf selbst und weiter nach Annecy, bereits weiter im Norden, im Gebiet Savoyen den Offroad Einstieg zu finden.
Zum Zweiten hat dies den Grund, dass man die Fahrten mit dem Geländewagen oder der Enduro durch einen Tag am Meer zum Ausspannen unterbrechen kann. Denn dies bietet sich automatisch durch die geographische Nähe des Meeres an, welches bereits ab dem Dreiländereck Schweiz, Frankreich und Italien, bis auf nur wenige Kilometer davor über – mit wenigen Ausnahmen – unbefestigte und teils abenteuerliche Wege angesteuert werden kann.
Aber auch viele befestigte Passstrassen bieten dort besonderen Reiz. Außerdem muss auch häufig allein schon auf solche zurückgegriffen werden, um Offroad-Strecken in einem anderen Gebiet zu erreichen. Die Pässe Galibier oder Bonette (Bild unten) dürften auch für sonst nur Offroad Interessierte, schon alleine wegen ihrer unübertrefflichen Lage und den landschaftlichen Eindrücken, eine willkommene Abwechslung sein. Um nur zwei unter Dutzender solcher zu nennen.
Und noch zu guter Letzt dieser kleinen Einführung, das Hintergrundbild für diesen Offroad-Reise Blog ist entstanden am Südportal des Parpaillon-Tunnels mit Blick ins Tal (im Rückspiegel grob Richtung Jausiers).
Das Bild im Header zeigt den Blick auf Marina di Massa und das offene Meer. Aufgenommen auf der Abfahrt von einem Versorgungsweg zu einem Sendemast in den Marmorsteinbrüchen der Provinz Massa-Carrara. Auch eine nette Gegend, auf die wir noch näher eingehen werden…

auf dem Gipfel der Bonette

auf dem Gipfel der Bonette